Ein visualisiertes Lern- und Leistungsmodell für Menschenbild und Heilberuf (Didaktisches Modell, ca. 151 kB)
Editorial - Eine weitergehende Erklärung
Einleitung zu unseren Vorhaben
Kultur, Zivilisation und Gesundheit sind einander originär verbunden, daher hatte sich in der Geschichte der Menschheit schon frühzeitig die Wissenschaft vom Leben und dessen Erhaltung etabliert. Im Vordergrund stand der Anwendungsbezug, dies ergab sich vor allem aus der Notwendigkeit einer Wundmedizin als Selbsthilfe zur Sicherung des Überlebens und der Pflege sozialer Strukturen, andererseits erfragt die für Menschen charakteristische Neugier, welche Arten der gezielten Beeinflussung im Lebenslauf von Individuen wirken könnten. Die Wundmedizin musste sehr schnell und sicher - zur Kultur, bzw. der Umgebung passend - geordnet werden, damit sie im Bedarfsfall von mehreren Helfern angewendet werden kann. Dass daraus Mitteilungen wurden, die "Schule" machten, liegt auf der Hand.
Schule fördert und nutzt das Arbeitsbündnis zwischen Lehrer und Schüler, sie systematisiert. Dieses System entwickelte sich weiter. Medizinen entstanden und blühten in Kulturen als Gesundheits- und Krankheitswissenschaften, die auch innerhalb von Klein- und Großfamilien Widerhall und Verbreitung in der Bevölkerung fanden. Lebensentwürfe und Lebensstile wurden danach eingerichtet.
Die schulmäßige Systematisierung und Etablierung von Lehren zur Gesunderhaltung und der Behandlung von Krankheiten war an Bildungseinheiten gebunden. Im Europa des 11. Jahrhunderts wurden Bildung und Kirche zur Einheit gebracht, infolgedessen konzentrierte sich das Angebot der Medizin auf Klöster und aus ihnen heraus.
Im 13. Jahrhundert wurde dem Klerus die Cura, als ausschließlich seelischer Bezug zugeordnet und die Medizinen der Profanität zugewiesen. Die Approbationsordnung für Ärzte spielte seitdem eine ausschließlich weltliche, handlungsführende Rolle. In dieser Rolle entwickelte sich ein Schema, das Konvention bedeutete und weiterhin als Medizinisches Wissen wuchs.
Diese Wachstumsvorgänge sind aufgrund unseres bei globaler Beurteilung streng zeitabhängigen Wissens nur möglich, weil sich außerhalb des bestehenden Rahmens der Medizin zwischen Uratom und Kosmos Denkweisen entwickeln, die umfangreichere Anschauungen erzwingen. Diese Logiken und Theorien befinden sich jedoch keinesfalls im alternativen, sondern im komplementären Bereich. Dabei können sich zwar Befunderhebungen und Therapien entwickeln, die eine Integration in die Medizin nicht erreichen (z.B. exzessiver Aderlass und andere purgierende Maßnahmen). Vor allem jedoch entstehen Fortschritte im Sinne der Klienten und Patienten (z.B. psycho-somatische Lehren, und manuelle Befundungen und Therapien, wie HEADsche Zonen, analog zu Akupunkturen in den östlichen Massenmedizinen), die dann Teil der gelehrten und praktizierten Medizinen werden.
Dieser Wachstumsvorgang ist aber auch der Schlüssel zu unserer Auffassung, vom Heilberufler nicht nur beständig Fort- und Weiterbildung zu fordern, wie es seine Körperschaften vorformuliert haben, sondern hochschulgetragene Aufbaustudiengänge, die zu Kompetenzerweiterung führen.
Wir verlangen vor allen Dingen die grundlegende Übersicht über komplementäre und integrative Verfahren, die bislang noch nicht, oder erst soeben unter den Augen der Öffentlichkeit, in das Interesse von Klienten und Patienten rücken. Wir wenden uns damit indirekt an Klienten und Patienten, die eine "sanfte Medizin" bevorzugen wollen und erfragen, nämlich eine "die der Natur des Menschen entspricht".
Naturheilkundliches Wissen ist nicht unbedingt Inhalt der herkömmlich gelehrten und praktizierten Medizin. Es wird viel zu häufig als "Alternative" verstanden, die es nicht sein kann, weil es zu einer konventionellen Medizin keine Alternative gibt bzw. der Begriff "alternativ" im Widerspruch zu der Aussage von "Medizin" steht. Es gibt aber neben der Medizin komplementäres Wissen, das sich dann in die Handlungsführung integrieren lässt, um dem Patienten mehr Nachhaltigkeit seiner Gesundung abzusichern.
Naturheilkundliches Wissen ist in Theorie und Anwendung nicht etwa nur kompliziert; es ist so komplex, dass es auch als ein Muster verstanden werden muss. Musterungen zu erläutern, benötigt Zeit und vor allem Partnerschaftlichkeit im medizinischen Arbeitsbündnis zwischen Patient und Arzt.
Für den Arzt, den Zahnarzt, den Tierarzt, den Ernährungswissenschaftlicher und den Pharmazeuten bedeutet zum Beispiel unser Studium eine signifikante Erweiterung ihrer Kompetenz. Sie studieren nämlich die komplementären Medizinen, die von globaler Bedeutung sind und diejenigen Grundlagen, die transdisziplinär genug sind, um Studienverständnis der Zukunft zu haben.
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